Ein gelungener Frühstart.

Was viel zu früh begann, wurde zu einer Geschichte über Hoffnung, medizinische Stärke und ein kleines großes Wunder.

Mateja ist heute 18 Monate alt – ein aufgeweckter, fröhlicher kleiner Junge. Doch sein Start ins Leben war alles andere als leicht. In der 29+5. Schwangerschaftswoche (SSW) kam er als Frühchen zur Welt. 

Seine Mutter Linda, 31, Sozialpädagogin in Elternzeit, erzählt uns im Interview in ihrem Zuhause in Bad Ems von den ersten Wochen voller Sorgen, Ängste und Unsicherheiten. 

Zugleich berichtet sie von ihrem großen Glück: davon, wie aus einem zarten Frühchen ein gesunder kleiner Junge geworden ist – und wie Mateja heute der Mittelpunkt ihres Familienlebens ist.

Im Interview mit Linda.

Linda, erzähl uns doch mal davon, wie Schwangerschaft und Geburt von Mateja verliefen.

Meine Schwangerschaft verlief bis zur 29. Woche komplikationsfrei. Ich hatte zwar mit Übelkeit zu kämpfen, war aber ansonsten beschwerdefrei. Eine Vorsorgeuntersuchung fiel aufgrund eines Infekts aus. 

Kurz darauf geschah das Unerwartete: Der Gebärmutterhals sowie der Muttermund öffneten sich vollständig – begleitet von starken Wehen und Blutungen. Die Ursache dafür ist bis heute unklar. 

Ich wurde im Oktober in das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Standort Kemperhof, Koblenz, eingeliefert. Die Klinik verfügt über eine neonatologische Intensivstation. Die Ärzt*innen und das Pflegepersonal klärten mich ausführlich über eine mögliche Frühgeburt auf. Das große Ziel war, Mateja so lange wie möglich im Mutterleib zu halten. Ich musste strikte Bettruhe einhalten und erhielt wehenhemmende Medikamente. 

Am 23. Oktober setzten erneut starke Wehen und Blutungen ein. Mithilfe eines Notkaiserschnitts wurde Mateja in der 29+5. SSW geboren – elf Wochen zu früh. Zuvor hatte ich eine Lungenreifespritze erhalten, die ihm sehr geholfen hat. 

Direkt nach der Geburt kam er auf die neonatologische Intensivstation und erhielt dort alle notwendigen medizinischen Maßnahmen. 

Ich bin dem Pflegepersonal unglaublich dankbar. Sie kümmern sich tagtäglich fürsorglich und hochprofessionell um die kleinen Patient*innen.

Mateja benötigte anfangs Beatmungsunterstützung. In dieser Zeit habe ich erstmals das Logo von Löwenstein Medical bewusst wahr genommen – und war erleichtert zu wissen, dass es in unserer Region ein Unternehmen gibt, das lebensrettende Geräte entwickelt und produziert. 

Das Vertrauen in die Geräte und in das Team hat mir besonders geholfen, als ich unseren Sohn nach jedem Besuch zurücklassen musste.

Wir hatten nach der Geburt keinen Raum für den Aufbau einer Mutter-Kind-Beziehung. Das fehlte mir so sehr.

- Linda

 

Was hast du gefühlt, als Mateja 11 Wochen zu früh auf die Welt kam?

Als Mateja geboren wurde, war er winzig klein. Seine Haut war noch rötlich und durchscheinend, seine Wimpern und Augenbrauen nicht ausgebildet – dafür hatte er viele dunkle Haare. Er lag zunächst im Inkubator. Diese Situation war für mich kaum begreifbar. Die viel zu frühe Geburt traf mich völlig unerwartet. Ich hatte mich nie mit dem Thema Frühgeburt auseinandergesetzt. Auch der Geburtsvorbereitungskurs und der Mutterschutz hatten noch nicht begonnen.

Es war sehr schwer für mich, nach Hause entlassen zu werden, während mein Baby in der Klinik bleiben musste. Mein Mann und ich fuhren jeden Tag zu ihm, doch es tat weh, ihn nicht einfach in den Arm nehmen zu können, wann immer wir es wollten.

Wie hast du mit Sladjan, deinem Ehemann, die Phase in der ersten Zeit nach der Geburt empfunden? Was hat euch in dieser Zeit unterstützt?

Die ersten Wochen fühlten sich für mich traumatisch an, fast wie in einem Film. Ich hatte mir immer gewünscht zu stillen – auch wegen der Bindung. Da das nicht möglich war, habe ich rund um die Uhr Muttermilch abgepumpt und diese in die Klinik gebracht. 

Der Körperkontakt – das sogenannte Känguruhing – war nur möglich, wenn Mateja stabil war und ausreichend Sauerstoff hatte. Sladjan und ich wechselten uns ab, damit er den wichtigen Hautkontakt bekam.

Wie viele Wochen war Mateja im Krankenhaus und wann hattest du das Gefühl, in einem normalen Alltag angekommen zu sein?

Mateja blieb insgesamt acht Wochen in der Klinik und entwickelte sich dort sehr gut. Vor seiner Entlassung wurden wir intensiv darauf vorbereitet, was uns zu Hause erwartet.

Besonders herausfordernd war seine Trinkschwäche. Da sein Mund- und Gesichtsbereich noch nicht weit genug entwickelt war, konnte er nicht gestillt werden. In der Klinik begann er mit einer Sonde, später mit einem Wattestäbchen, danach mit winzigen Fläschchen. Jede Mahlzeit dauerte 30 bis 40 Minuten – und das alle zwei Stunden. Über Monate füllte das unseren gesamten Alltag aus. 

Erst nach etwa einem halben Jahr stellte sich ein annähernd „normaler“ Babyalltag ein. Mateja schläft inzwischen besser, braucht aber weiterhin zwei Fläschchen pro Nacht, um seinen Energiebedarf zu decken. 

Heute trägt er keine erkennbaren Folgen der Frühgeburt. Ob später eventuell Konzentrationsprobleme auftreten, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. 

Linda, vielen herzlichen Dank für das Interview.

Ohne die Unterstützung mit den lebenserhaltenden Geräten von Löwenstein hätte unser Sohn es nicht geschafft.

- Linda